Die Faszination der Musik

Die Anfänge der Musik liegen im Dunkeln, jedoch steht fest, dass sie die Menschheit schon seit Zehntausenden von Jahren begleitet. Die ältesten bisher gefundenen Musikintrumente werden auf etwa 35.000 Jahre geschätzt und bestehen aus Tierknochen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Instrumente aus Ton und später Metall. Die ersten Melodien dürften als Imitation von Vogelgesängen durch den Menschen entstanden sein.


Interessanterweise existierte in den meisten Kulturen die Vorstellung, Musik sei ein göttliches Geschenk. So spielt die Musik seit jeher eine wichtige Rolle bei religiösen Riten, sozusagen als Mitterlin zwischen menschlichen und göttlichen Sphären. Nach und nach wurde Musik auch ins Alltagsleben integriert, doch lange Zeit blieb Religion die treibende Kraft zur Weiterentwicklung der Musik. So ist die Musik, wie wir sie heute in der westlichen Welt kennen, kaum denkbar ohne die gregorianischen Gesänge des Mittelalters oder sakrale Musik der Barockzeit.

Musik zieht sich durch unser Leben wie ein roter Faden. Bereits im Mutterleib nimmt das ungeborene Kind Musik von außen wahr und reagiert darauf. Ein berühmter Geiger wunderte sich, warum ihm einige Stücke viel leichter von der Hand gingen als andere mit einem vergleichbaren Schwierigkeitsgrad. Schließlich stellte sich heraus, dass die Stücke, die ihm so leicht fielen, gerne von seiner Mutter während der Schwangerschaft gehört wurden.
Aus nahezu allen Kulturkreisen sind Wiegenlieder überliefert, mit denen kleine Kinder beruhigt und in den Schlaf gesungen werden. Und wer könnte sich Geburtstage ohne Geburtstagslieder oder Weihnachten ohne Weihnachtslieder vorstellen? Während der Pubertät dient Musik den Jugendlichen häufig als Mittel der Abgrenzung und manchmal auch Rebellion gegen die Erwachsenen. Musik bestimmt mit, welchem Freundeskreis sich Teenager anschließen.
Auch bei späteren Lebensstationen ist Musik immer präsent. Viele Paare haben ein ganz besonderes Lied, das sie an ihr erstes Rendez-vous oder den ersten Kuss erinnert und die Musik für den Hochzeitswalzer als ersten gemeinsamen Tanz des frisch vermählten Paares wird mit großer Sorgfalt ausgewählt.

Jeder von uns wird bestätigen können, dass Musik unsere Gemütslage beeinflussen kann. Der Hit des letzten Sommerurlaubs lässt die Stimmung gleich ein bisschen ansteigen und in stressigen Phasen kann klassische Musik als Beruhigungsmittel wirken. Dieser Effekt ist mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt und wird zu therapeutischen Zwecken genutzt. Musiktherapie findet in vielen Bereichen Anwendung, etwa bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Auch bei der Arbeit mit alten Menschen, entwicklungsgestörten Kindern und Behinderten können mit Musiktherapie Erfolge erzielt werden.