Musik heute und damals

Musikfreunde können heutzutage leicht den Überblick verlieren. Die Vielfalt an Musikstilen ist schier unerschöpflich und für viele verwirrend. In früheren Zeiten war die Unterscheidung einfacher. Um 1900 marschierte man im 2/4-Takt oder sang bei einem geselligen Beisammensein Volkslieder in traditioneller Überlieferung. Operettenlieder schafften es bisweilen, sogenannte Gassenhauer zu werden. Der Bildungsbürger bevorzugte die klassische Musik, besuchte Oper und Konzertsaal.

Aber die Entwicklung ging rasant weiter. In den 20er Jahren waren Schlager und Tanzmusik auf dem Vormarsch. Jazzelemente flossen in die Musik ein. Der in den USA entwickelte Rhythm ´n` Blues wurde in den 30er Jahren zur angesagten Tanzmusik. Schlagzeug, Bass und Blech dominierten. Später wurde die Blechbläser durch die E-Gitarre ersetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg drückte sich in der wenig innovativen Schlagermusik die Sehnsucht der Deutschen nach der Ferne und einer heilen Welt aus. Während in den USA der Rock ´n` Roll die Menschen faszinierte, träumte man hierzulande von der Insel Capri und seinen Fischern.
Erst die 60er Jahre brachten wieder einen musikalischen Schub. Der Beat als Fortführung des Rock ´n`Roll fand besonders unter den Jugendlichen zahlreiche Fans. Mehrstimmiger Gesang und ein wippender Rhythmus eroberten die Welt. Parallel dazu entwickelte sich der Hardrock mit seinen kurzen Riffs und seinen klaren Strukturen.

Alternativ zur Scheinwelt des Schlagers etablierten sich zahlreiche Liedermacher, deren großes Vorbild Bob Dylan war. Heute nennen sich die Interpreten dieser Musikrichtung lieber Singer-Songwriter.
Die 70er Jahre brachten viele musikalische Experimente. Unterschiedliche Musikrichtungen gingen Fusionen ein. Jazz-Rock, Soft-Rock oder Afro-Beat sind nur einige wenige Begriff aus dieser Phase des Umbruchs. In den neunziger Jahren kam noch Gothic-Rock hinzu und der Drumcomputer zum Einsatz, der den eher monotonen Rhythmus erzeugte. Auch der Punk wurde in dieser Zeit zu einer festen Größe in der Musikwelt. Grobschlächtig und in jeder Beziehung einfach, war der Punk die Antwort auf die Rockmusik, die vielen zu kompliziert geworden war.

Heute existieren von allen Musikstilen der Vergangenheit wieder ganz neue Zusammenstellungen, die man teils als Retro-Mix, teils als gelungene Neuschöpfungen bezeichnen kann. New Wave ist aus Punk hervorgegangen. Grunge zitiert gerne Hardrock der 70er. House wiederum ähnelt Techno, will aber doch anders sein – etwas langsamer, mit mehr Wärme und mit kurzen Gesangeinlagen. Und Kwaito ist ein Mix aus House, Reggae und Hip-Hop.
So verschieden die Geschmäcker sind, so verschieden sind auch die Angebote. Außerdem hat jeder die Möglichkeit, am Computer seinen ganz persönlichen Sound zu kreieren.